Wettbewerb

Anlass für den Wettbewerb – Europäisches Kulturerbejahr 2018

Die "Europäische Stadt" – das ist steter Wandel, das ist "gebaute Geschichte" aus unterschiedlichen Zeitschichten. Stadtmauern, Wegesysteme, Kirchen und Marktplätze sind Zeugen der mittelalterlichen Stadt. Fabriken, Bahnhöfe und Mietskasernen stehen für Industrialisierung und technischen Fortschritt. Die Stadt des 20. Jahrhunderts ist durch Folgen von Kriegszerstörungen und Motorisierung, durch serielles Bauen und permanente Anpassung an sich wandelnde Ansprüche geprägt. Seit der Jahrtausendwende nehmen Umweltbewusstsein, sowie der Stellenwert von Lebensqualität und der Beteiligung der Stadtgesellschaft stetig zu.

Jedes Zeitalter prägt das individuelle Stadt- und Ortsbild und ist ein Beitrag zur lokalen Identität. Die Europäische Stadt steht für kompakte Strukturen, funktionale Mischung und kulturelle Vielfalt. Zeitschichten bewusst zu erhalten und Städte nach einer Phase von Neuordnung, Abriss und Verfall im Bestand behutsam zu erneuern, wurde mit dem Europäischen Jahr der Denkmalpflege 1975 angestoßen. Mit der Leipzig-Charta von 2007 bekannten sich die europäischen Mitgliedsstaaten zu einer integrierten, d.h. nachhaltigen, bürgerorientierten und fachübergreifenden Stadtentwicklung. Mit dem Europäischen Kulturerbejahr 2018 werden Strukturen, Baulichkeiten sowie Wohn-, Arbeits- und Lebensmodelle der Städte als wesentliche Bestandteile unserer Kultur herausgestellt. Ein Leitthema der nationalen Umsetzung ist "Die Europäische Stadt". Die Ausgestaltung des Europäischen Kulturerbejahres in Deutschland wird vom Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz (DNK) koordiniert (www.sharingheritage.de).

"Die Europäische Stadt" als Abbild des gemeinsamen europäischen Kulturerbes rückt Initiativen und Projekte in den Vordergrund, die das baukulturelle Erbe erhalten, zugleich aber auch im Zusammenhang mit den heutigen Anforderungen an die Stadtentwicklung in den Blick nehmen. Das Bewusstsein für die Tradition einer Europäischen Kultur soll geschärft und die Bereitschaft zu aktivem Erhalt gefördert werden. Die Europäische Stadt ist aktueller denn je.

Das BMI lobt deshalb in Partnerschaft mit den Ländern und Kommunalen Spitzenverbänden den Wettbewerb "Europäische Stadt: Wandel und Werte – Erfolgreiche Entwicklung aus dem Bestand" aus.

Gesucht: Ihr Stadt-Projekt

Einsendefrist verlängert: 13. Sept. 2018

Wettbewerbskategorien

Vier Wettbewerbskategorien bieten die Möglichkeit, kommunale Strategien, Konzepte und Potenziale für einen in die Zukunft gerichteten Umgang mit dem Stadt- und Ortsbild, dem Vorhandenen und dem Neuen sowie dem Zusammenleben in Städten und Gemeinden offensiv darzustellen. Im besten Fall ermöglicht das Preisgeld neue Projekte bzw. bestehende oder neue Initiativen wirksam zu unterstützen.

Wettbewerbsbeiträge können in den folgenden Kategorien eingereicht werden:

Kategorie 1: Stadtgebäude

In dieser Kategorie erwarten wir Wettbewerbsbeiträge, die ein Gebäudeensemble oder auch ein Einzelgebäude zum Gegenstand haben. Hier sind Beiträge chancenreich, die für einen vorbildlichen Umgang mit vorhandenen Beständen, baulichen Ergänzungen aber auch für die Entwicklung und Integration von Neubauten stehen. Eine außergewöhnlich hohe Gestaltqualität oder ein gelungenes Einfügen in vorhandene Strukturen zeichnen in dieser Kategorie erfolgreiche Beiträge aus.

Kategorie 2: Stadtraum

Dieser Wettbewerbskategorie sollten Sie Ihren Beitrag zuordnen, wenn er sich auf städtische Freiräume bezieht. Verkehrsanlagen, Straßenräume, Plätze und Parks, sonstige Grünanlagen oder auch Höfe und Passagen - öffentlich, halböffentlich oder privat - bestimmen maßgeblich Charakter und Lebensqualität unserer Städte und Gemeinden. Hier sind Beiträge von besonderem Interesse, die vorhandene Strukturen aufgreifen und/oder zeitgemäß neu interpretieren bzw. ursprüngliche Strukturen wieder herstellen.

Kategorie 3: Stadtleben

In dieser Kategorie reichen Sie Beiträge ein, bei denen die Vielfalt von Nutzungen, das Nebeneinander von Funktionen und das Miteinander von Bewohnern, Besuchern und Gewerbetreibenden im Mittelpunkt stehen. Hier sind bauliche Investitionen von Interesse, wenn damit neue Nutzungen mit Strahlkraft in den Bereichen Soziales, Kultur aber auch Kreativwirtschaft verbunden sind. Auch nicht-investive Formate der Kommunikation in der und mit der Stadtgesellschaft sowie der Unterstützung bürgerschaftlichen und unternehmerischen Engagements sind hier gefragt.

Kategorie 4: Stadtbürger

Ziel dieser Wettbewerbskategorie ist die Auszeichnung von Einzelpersonen oder Personengruppen, die sich in ganz besonderer Weise für städtisches Leben, aufwendige Vorhaben, nachbarschaftlichen Zusammenhalt engagieren oder engagiert haben. Hier sollen die Gesichter, die vor und hinter den Kulissen Projekte und Prozesse zum Laufen bringen, in Gang halten und bei Bedarf Bündnisse schmieden, gewürdigt werden. Schlagen Sie Menschen vor, die durch ihren persönlichen Einsatz positiven Einfluss auf Stadtgebäude, Stadträume oder das Stadtleben nehmen oder genommen haben.

Preisgeld

Das Preisgeld beträgt insgesamt 200.000 Euro. Über die Verteilung entscheidet die Wettbewerbsjury.

Mit den Preisgeldern soll die Umsetzung guter öffentlichkeitswirksamer Vorhaben unterstützt werden. Der geplante Einsatz eines möglichen Preisgeldes fließt in die Bewertung des Wettbewerbsbeitrages mit ein.

Wettbewerbsagentur

Die Wettbewerbsagentur ist complan Kommunalberatung. Rückfragen können schriftlich oder telefonisch gestellt werden.

complan Kommunalberatung GmbH
Voltaireweg 4
14469 Potsdam

Ansprechpartner

Kathrin Schumacher
Telefon: 0331/20151-26

Birgit Würdemann
Telefon: 0331/20151-12

E-Mail: info@bundeswettbewerb-europaeische-stadt.de

Auslober

Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat in Partnerschaft mit den Ländern und den Kommunalen Spitzenverbänden der Bundesrepublik Deutschland.

Referat SW I 6 - Baukultur, Städtebaulicher Denkmalschutz
Alt Moabit 101 D
10559 Berlin